Geht doch!

Januar 3, 2008

Im aktuellen tip sind zwei Leserbriefe, die deutlich machen, daß die Absender nicht mehr an einer weiteren Lektüre des Blattes interessiert sind, wenn Veranstaltungen nur noch publiziert werden, wenn die Veranstalter zahlen. Tip distanziert sich davon und betont, daß die Veranstaltungen nach wie vor kostenfrei in die Veranstaltungsdatenbank aufgenommen werden.

Im heute erschienenen zitty-Heft findet man im Impressum überhaupt keine Veranstaltungskalender-Redakteure mehr, sondern nur noch die Kontaktdaten der Cine Marketing GmbH. Darunter heißt es:

Programminformationen werden kostenlos abgedruckt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Termine kann nicht übernommen werden.

Geht doch!

Berliner Theaterspielpläne nur noch online?

Dezember 23, 2007

fragt der ZDF-Theaterkanal heute:

Die beiden grossen Berliner Stadtmagazine „Tip“ und „Zitty“ (und mit ihr fast alle anderen Berliner Zeitungen ausser der „Morgenpost“ und der „taz“) wollen in 2008 von den Veranstaltern in Berlin Gebühren zwischen 30.- und 400,- EUR jährlich erheben, wenn diese ihre Daten bei einem zentralen Datenpool abgeben wollen – wobei dabei noch nicht einmal eine Veröffentlichung der Daten zugesagt wird. Alternativ können die Veranstalter die Daten in einer Maske selbst einpflegen.
Der darauf sich regende Protest hat nun auch die Spielplan AG, den Zusammenschluss letztlich aller grösserer Bühnen Berlins, zu einem Schreiben veranlasst, in welchem es heisst: „Die Bühnen der Spielzeit AG werden [...] ihre Spielpläne in gewohnter Form übermitteln. Wir werden weder für die Digitalisierung der Daten bezahlen, noch Ihre Eingabemaske benutzen. Maßnahmen, die die Digitalisierung der Daten für uns personalintensiv verkomplizieren oder zu direkten Kosten führen, lehnen wir ab. Eher verzichten wir auf den Abdruck.“

von hier.

 

Spielzeit meint …

Dezember 20, 2007

Spielzeit ist ein Zusammenschluß von Berliner Bühnen: 

Herr Robert Rischke/ Herr Niels Mester
c/o TIP & Zitty Verlag
13. Dezember 2007
Offener Brief in Sachen Veröffentlichung von Veranstaltungsdaten

Sehr geehrter Herr Rischke,
sehr geehrter Herr Mester,

im November haben Sie den Berliner Veranstaltern in einem gemeinsamen Brief mitgeteilt, dass sie ab Januar 2008 die Cine Marketing GmbH mit der Eingabe aller Veranstaltungs-termine für Tip und Zitty beauftragt haben. Die Daten werden zukünftig nur noch kosten-pflichtig erfasst oder sollen von den Veranstaltern selbst in eine Online-Maske eingegeben werden.
Wir, die in der Spielzeit AG zusammengeschlossenen Pressestellen der Berliner Bühnen, möchten die gewohnt gute Zusammenarbeit mit Ihren Magazinen gerne fortsetzen. Dies wollen auch die zahlreichen Bühnen, die nicht zu uns gehören, sich aber in den letzten Wochen an uns, an den Bühnenverein und an den “Rat für die Künste” gewandt haben.
Gute Zusammenarbeit heißt: Veranstalter stellen ihre Informationen wie gehabt, also per Post, Fax, Email oder eigener Datenbankschnittstelle zur Verfügung. Im Falle der Spielzeit AG ist das die Datenbank von www.berlin, auf die Zitty schon seit längerem zugreift und deren
Eingabefelder auf Kosten der Berliner Bühnen auf die Bedürfnisse der Programmredaktion von Zitty angepasst wurden. Sie veröffentlichen die Termine, Ihre Leser wiederum kaufen Tip oder Zitty, um sich umfassend über Berlins Freizeit- und Bildungsangebot zu informieren. Nicht umsonst hat sich das Anzeigenvolumen der Berliner Bühnen bei den Berliner Stadtma-gazinen in den letzten Jahren permanent erhöht; weiter werden wir Ihnen nicht entgegen-kommen. Im Übrigen stellen ja die Berliner Bühnen ihre Veranstaltungsdaten und Infor-mationsmaterial auch anderen Medien kostenfrei zur Verfügung.

Die Bühnen der Spielzeit AG werden Ihnen daher ihre Spielpläne in gewohnter Form über-mitteln. Wir werden weder für die Digitalisierung der Daten bezahlen, noch Ihre Eingabe-maske benutzen. Maßnahmen, die die Digitalisierung der Daten für uns personalintensiv verkomplizieren oder zu direkten Kosten führen, lehnen wir ab. Eher verzichten wir auf den Abdruck. Noch vorhandeneProbleme mit unserer Datenschnittstelle werden wir nach und nach lösen.
Mit freundlichen Grüßen

Die Spielzeit AG Berlin:
Admiralspalast arena Berlin, Bar jeder Vernunft, Berliner Ensemble, Berliner Festspiele, Berliner Kriminaltheater, BKA-Theater, Chamäleon, Deutsche Oper Berlin, Deutsches Theater Berlin, Distel, F40 English Theatre Berlin & Theater Thikwa, Friedrichstadtpalast, Grips Theater, Hans Otto Theater Potsdam, Hebbel am Ufer, Kleines Theater, Komische Oper Berlin, Konzerthaus Berlin, Maxim Gorki Theater, Neuköllner Oper, Renaissance-Theater, Schaubühne am Lehniner Platz, sophiensaele, Staatsballett Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Die Stachelschweine, Theater 89, Theater am Kurfürstendamm, Theater am Potsdamer Platz, Theater des Westens, Theater an der Parkaue, Theater im Palais, Tipi – Zelt am Kanzleramt, ufa fabrik, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Wintergarten Varieté Berlin

Eine Presseerklärung und das große Medienschweigen

Dezember 19, 2007

Schon am letzten Freitag kam die folgende Presse-Erklärung heraus, und es schweigt sich quer durch die Medienlandschaft. Nur die Junge Welt hat berichtet. In der Abendschau kam nichts. 

P R E S S E E R K L Ä R U N G
Widerstand gegen das Terminkartell von ZITTY und TIP!

Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. hat auf der Mitgliederversammlung am 14.12.2007 einstimmig beschlossen, die Verlage von ZITTY und TIP aufzufordern, die bestehende Praxis zur Erfassung und redaktionellen Bearbeitung der Veranstaltungsdaten im Kulturbereich wie bisher beizubehalten.

Wir verurteilen den Versuch auf das Schärfste, im Hauruck-Prinzip den Kulturveranstaltern Berlins ein Verfahren aufzuzwingen, das von Ihnen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Gebühren abverlangt. Zugleich verhilft dieses Verfahren ausgerechnet den marktbeherrschenden Stadtmagazinen einseitig zu Wettbewerbsvorteilen, da diese so erzeugte Veranstaltungsdatenbank im Eigentum der Cine Marketing GmbH liegt, somit für alle Print-, Medien- und Onlinedienste kaum frei zugänglich sein dürfte.

Die ab Ende Januar 2008 geplante, zentrale Erfassung der Veranstaltungsdaten über eine Online-Eingabemaske bei der verlagseigenen Cine Marketing GmbH wird daher grundsätzlich abgelehnt, da der Vormachtstellung von ZITTY und TIP so einseitig Vorschub geleistet wird. Es ist nicht einzusehen, warum soziokulturelle Einrichtungen und Initiativen durch ihre Zu- und Vorarbeit in der Datenaufbereitung zu Kostenersparnissen der beiden großen Verlagshäuser beitragen sollen, zumal von anderen, kleineren Verlagen und Dienstleistern die übliche redaktionelle Bearbeitung auch weiterhin geleistet wird bzw. geleistet werden muss.

Unseren bisherigen Rückmeldungen zufolge, an denen über 100 Berliner Einrichtungen und Initiativen der Soziokultur bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Unterstützung eines Boykottes erkennen liessen, sowie die Kenntnis ähnlicher Proteste aus anderen Kulturbereichen, sollte ZITTY und TIP dazu bewegen, unverzüglich ihre Planungen zum Outsourcing ihrer Kernkompetenzen einzustellen:

ZITTY und TIP scheinen völlig vergessen zu haben, dass ihre Existenz wesentlich darauf beruht, dass Kulturveranstalter ihre Termine bei Ihnen publizieren.

Ohne diese Veranstaltungsdaten sinkt der Informationswert dieser Stadtmagazine beträchtlich.

Aus Sicht der Landesverbandes Soziokultur Berlin e.V. ist es indes gut vorstellbar, eine mit allen Berliner Kulturveranstaltern, Verbänden und Netzwerken abgestimmte zentrale Datenbank mit allen Veranstaltungsterminen zeitnah zu etablieren, um den modernen Informationsbedürfnissen einer Mediengesellschaft gerecht zu werden.

Diese muss aber für alle! frei zugänglich und nutzbar, mitbestimmt und transparent sein, wie dies zur Zeit z.B. die Stiftung Kulturserver gGmbH (www.kulturserver.de) anbietet, aus deren Datenbank die Presse bzw. Medien die Veranstaltungsinformationen der Berliner Bühnen bereits seit längerem abrufen.

Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. besteht seit etwa einem Jahr und ist noch in der Aufbauphase. Er ist entstanden aus regelmässigen Treffen der Kultureinrichtungen wie ACUD, Pfefferwerk, RAW-Tempel, Tacheles, Kulturfabrik Moabit, Brotfabrik, Förderband, Regenbogenfabrik, u.a.

V.i.S.P.

Landesverband Soziokultur Berlin e.V.

Geschäftsstelle
Torstr. 150
10119 Berlin
fon +49.(0)30.24628661
fax +49.(0)30.44340825
Mail: info@soziokultur-berlin.de
Net: www.soziokultur-berlin.de (z.Z.im Aufbau)

Statement der Literaturveranstalter

Dezember 13, 2007

Der Widerstand wächst und wächst – gut so!

Ein Zusammenschluß von Literaturveranstaltern meint:

 1.) Beide Stadtmagazine kennen die Situation vieler Kultureinrichtungen der Stadt gut, wie ihren redaktionellen Beiträgen zu entnehmen ist. Für die Literatur-veranstalter ebenso wie für eine  Vielzahl anderer Veranstalter, die in der Regel mit schmalem Etat ein  anspruchsvolles und umfangreiches Programm präsentieren, sind 400 € viel Geld, keineswegs ein „niedriger Beitrag“. Die Berliner Kulturszene lebt auch und gerade von der Vielzahl und Vielgestalt kleiner Kultu-rveranstalter, die diese Gebühr nicht zahlen können. Dazu kommt, dass die Zahlung keine Garantie für den tatsächlichen Abdruck der Veranstaltungshinweise beinhaltet.

2.) Die doch eigentlich um die Leserschaft konkurrierenden Stadtmagazine schließen sich zusammen, um unter Ausnutzung ihrer so erhaltenen Monopolstellung die Veranstalter in Zugzwang zu bringen. Veranstalter, die die geforderten Beiträge nicht zahlen wollen oder  können, wären weder in der Zitty noch in Tip, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, [030] sowie den dazugehörigen Onlinekalendern präsent.

3.) Die Veranstalter sollen für einen Service zahlen, der den Stadtmagazinen ihre Existenzberechtigung gibt und eigentlich zum journalistischen Selbstverständnis der betroffenen Zeitungen und  Zeitschriften gehört. Die Serviceleistung soll also sowohl von den Veranstaltern finanziert als auch nochmals vom Käufer bezahlt werden.  Das ist schlicht und einfach dreist.

4.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung einer weiteren Hierarchisierung der Kultureinrichtungen nach Kriterien der  Finanzkräftigkeit zustimmen.

5.) Die Veranstalter würden mit einer Zahlung indirekt dem Abbau von Redak-tionsstellen in zumindest einem der Stadtmagazine zustimmen.

Aus allen diesen Gründen verwehren sich die Literaturveranstalter 
Berlins entschieden gegen eine solche Praxis, die sich sowohl gegen das journalistische Selbstverständnis als auch gegen die Vielfalt des  Kulturlebens richtet.

Mittlerweile sind die Stadtmagazine von ihrer Position etwas abgerückt  und haben angeboten, dass man Veranstaltungen kostenlos selbst eintragen kann. Dieser Vorschlag berührt aber die Kernpunkte unserer Kritik nicht. Auch so wird eine Monopolstellung genutzt, um die Kernkompetenzen der Stadtmagazine zum Outsourcing freizugeben. Zwar  bezahlen die Veranstalter dann nicht CineMarketing, doch sie würden  den Redaktionen ihre eigene Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung  stellen und damit z.B. einen Stellenabbau weiterhin begünstigen.

Berlin, 13.12.2007

 Unterzeichnet von

 Akademie der Künste
 Bastardslam (Poetry Slam)
 Berliner Künstlerprogramm des DAAD
berlinerWald
Brauseboys-Lesebühne
 Der Frühschoppen — Lesebühne im Jazzclub Der Schlot
Kulturprojekte Berlin
LesArt
Der Literarische Salon
Literarisches Colloquium Berlin
Literaturforum im Brecht-Haus
Literaturhaus Berlin
Literaturwerkstatt Berlin
 Matthes & Seitz Berlin
Querverlag
Schwarze Risse Buchläden
 Spokenwordberlin
Surfpoeten
Tanzwirtschaft Kaffee Burger
 Transmediale
Ullstein Verlage
Verlag Assoziation A
Verlag Bertz & Fischer
Verlag Elfenbein
Verlag Klaus Wagenbach
Verlag Lukas
Verlag Rotbuch
Verlag Trescher
Volksbühne-Berlin

Wer will sich dem Protest anschließen?

Dezember 9, 2007

Der Landsverband Soziokultur Berlin e.V. (Mitglied im Bundesverband soziokultueller Zentren e.V.)erarbeitet derzeit eine Pressemitteilung in der zahlreiche Kulturveranstalter diese Abzocke offen boykottieren, bzw. derzeit erwägen dies zu tun.

Die Abstimmung zum Text unter den vielen, unterschiedlichen Einrichtungen und die Erfassung der Beteiligten ist etwas mühselig, sollte aber spätstens zum 14.12.2007 fertig sein.

Weitere interessierte Einrichtungen bitten wir uns eine kurze Mail unter: info@soziokultur-berlin.de zu senden, damit wir sie in den Verteiler aufnehmen können.

Der Kompromiß ist gar keiner

Dezember 9, 2007

meint Beatneck und begründet das so:

Hallo Gemse, hallo Clubcommission,

die Eingabe von Daten über die Eingabemaske ist für Viel-Veranstalter
unnötig und zeitraubend. Unnötig vorallem deshalb, weil durch Abonnement
des RSS Feeds, den viele Veranstalter und Locations schon auf ihren Websites
installiert haben, ohne zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand die Daten
digitalisiert werden können. Zeitraubend: Schon mal versucht, die eigenen
Veranstaltungen bei allen Portalen, die schon eine Eingabemaske haben
einzupflegen? Die Eingabemasken sind teilweise sehr unterschiedlich gestaltet,
oft muß man den Aufbau der Meldung völlig neu gestalten, oft kann man an
den vorgefertigten Genreschubladen schier verzweifeln. Bei Viel-Veranstaltern
kann das zu einer vollen neuen -ähm- Praktikantenstelle führen.

Der Kompromiß ist gar keiner, denn an der Situation hat sich absolut nichts geändert. Wenn man seine Veranstaltungen sicher unter Dach und Fach
bringen will wird man gezwungen sein, von dem kostenpflichtigen Service
Gebrauch zu machen [obwohl selbst die kostenpflichtige Variante immernoch
ihren Lotteriecharakter hat].

Ich warne ausdrücklich davor, die Cine Marketing Aktion als “Angebot” zu interpretieren, denn jede Verhandlung über den Preis würde die Rechtmäßigkeit der Festsetzung eines Preises eingestehen.

Übrigens ist es ganz offensichtlich, daß es sich um eine schamlose LÜGE
handelt, wenn ein wirtschaftliches Unternehmen von sich behauptet, es
habe nicht die Absicht, in Zukunft die Preise zu erhöhen. Hallo? Ihr
versucht als Clubs und Veranstalter doch auch wirtschaftlich zu arbeiten,
ihr wißt vovon ich rede!!! Selbst Idealisten sind gezwungen hin- und
wieder die Preise zu erhöhen – das gebietet allein schon die Inflation.
Haltet ihr die Cine Marketing tatsächlich für so vertrauensvoll, daß sie
auch nur versuchen werden die Inflation zu kompensieren?

Ebenfalls gelogen ist die Aussage, es sei nicht die Absicht der Verlage,
neue Einnahmequellen zu erschließen, sondern “gestiegene” Kosten zu reduzieren. Die bestehenden Kosten werden WEGRATIONALI-SIERT und es wird ein völlig neues Ressort geschaffen, das von einem einzigen wirtschaftlich arbeitendem Unternehmen beackert wird, mit MONOPOL also. Da die Cine Marketing wieder indirekt den Verlagen gehört wird hier SEHR WOHL eine neue Einnahmequelle erschaffen.

Wir sollten NICHT von dem Boykott absehen sondern stattdessen eine Geschmacksprobe der Macht unserer Newsgroups abgeben! Ich kann gar nicht
glauben, daß ihr nach diesen paar leeren Worten schon dabei seid einzulenken!

Sollte die Stellungnahme und Emailaktion der Clubcommission etwa das gewesen
sein, was ich von Anfang an befürchtet habe: reine Schaumschlägerei?

Den kleineren Veranstaltern gebe ich Folgendes zu bedenken: Sollte die
Cine Marketing sich durchsetzen werden die großen Veranstalter davon
profitieren: Der kreative Underground, der sowohl Marktanteile als auch
wertvolle Imageanteile hält wird weiter ausgeschaltet. Mehr Platz und
vor allem weniger Imageprobleme für ihren Mainstreamschrott.

Denkt lieber noch mal nach, bevor es zu spät ist!!!

Christopher/Lovelite

Kompromißangebot?

Dezember 9, 2007

Die Clubcommission teilte am Freitagabend mit:

Es ist nicht die XXL Variante, aber ein wichtiger Schritt. In Gesprächen mit den Verantwortlichen der beteiligten Verlage wurde von uns die existenzielle Bedeutung der vielfältigen Kulturszene für den Standort Berlin, aber auch für die hier agierenden Medienunternehmen deutlich gemacht. Wir haben mitgeteilt, dass wir zwar möglicherweise wenig die Strategien von großen Medienunternehmen verändern können, die Produkte dieser Unternehmen, Stadt- und Szenemagazine wie Onlineportale, aber sehr wohl von ihrem Image in unseren Szenen und der Stadt insgesamt abhängig sind. Darauf haben wir großen Einfluss.

 

Im Resultat unseres heutigen Gespräches mit Nils Mester, Geschäftsführer der Zitty, wurde folgendes festgehalten:

  1. Die Aktion von Cine Marketing GmbH ist kein Ultimatum mehr, sondern nur noch ein Angebot.
  2. Daneben gibt es die Möglichkeit, kostenfrei Veranstaltungsdaten online über eine Eingabemaske in eine Datenbank einzutragen, von welcher aus die Daten dann zu diversen Redaktion übermittelt werden.
  3. Die nunmehr in ein Angebot verwandelte Variante, Veranstaltungsdaten per Brief, Fax oder Mail an Cine Marketing zu senden, um es dann von ihnen fehlerkorrigiert in eine Datenbank einzustellen und an diverse Medien weiter leiten zu lassen, besteht kostenpflichtig parallel weiter.
  4. Es ist nicht geplant, die Kosten dafür in Zukunft zu erhöhen. Das Ziel der beteiligten Verlage ist es nicht es nicht, neue Einnahmequellen zu erschließen, sondern gestiegene Kosten zu reduzieren, die aus der Verarbeitung der Daten resultieren.
  5. Der Weg, über welchen die Daten transferiert werden – kostenfrei über Onlineeingabemaske oder kostenpflichtig über Cine Marketing – hat keinerlei Auswirkung auf die Veröffentlichung der Daten.
  6. Bis zur Einführung und Verbreitung der Onlineeingabemaske Anfang kommenden Jahres werden eure Veranstaltungsdaten weiter wie gehabt kostenfrei veröffentlicht.  

Das ist zunächst ein Zwischenstand. Die recht konstruktive Atmosphäre unseres Gespräches lässt darauf hoffen, dass weitere Punkte für alle Beteiligten positiv zu klären sind. Aus unserer Sicht kann auf Basis dieses Standes zunächst von weiteren Boykottmaßnahmen abgesehen werden. Eine Verschärfung des Konfliktes scheint uns aufgrund der erzielten Lösung und der deutlich signalisierten Gesprächsbereitschaft der beteiligten Medien zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Bitte gebt uns ein kurzes Feedback, wie ihr den Kompromiss einschätzt.

Die Reaktionen und Einschätzungen auf diese Rundmail sind sehr unterschiedlich.

Wer wissen will, wer hinter der Clubcommission steht, findet die Mitglieder hier.

Tip und zitty katapultieren sich ins Mittelalter …

Dezember 9, 2007

stellt leitmedium.de fest und kommt zu folgenden Schlußfolgerungen:

Das klingt nach Marketing-Blabla und ist es auch: Wir sparen jetzt durch Digitalisierung und Schaffung einer gemeinsamen Veranstaltungsdatenbank und verlangen gleichzeitig Gebühren, die aber niemanden benachteiligen sollen. Was an der Einführung von Gebühren für einen kostenlosen Dienst nicht nachteilig sein soll, lässt sich schwer sagen. Und in der Tat sind die 30 bis 400 Euro jährlich für manche Veranstaltungsorte, die über keine oder kaum Einnahmen verfügen – die Off-Szene ist in Berlin nach wie vor sehr stark – eine ernste Hürde, vor der man sich überlegt, ob man sie erklimmt, oder nicht. Gerade Hinweise auf alternative Veranstaltungen aber sind es, die ein Stadtmagazin vom Durchschnitt abheben, die es notwendig machen, sich eine Zitty, einen Tip zu kaufen, statt im Internet den nächstbesten Stadtführer aufzurufen.

Hinzu kommt ein völlig anachronistisches Verständnis von Redaktionsarbeit und Informationsverarbeitung… weiter hier.

Berliner Stadtmagazine lassen sich schmieren…

Dezember 7, 2007

… so drastisch drückt es das Publizistik-in-Berlin-Blog fest, das von Studenten und Studentinnen der Publizistik und Kommunikationswissenschaft geführt wird.


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