Eine Presseerklärung und das große Medienschweigen

Schon am letzten Freitag kam die folgende Presse-Erklärung heraus, und es schweigt sich quer durch die Medienlandschaft. Nur die Junge Welt hat berichtet. In der Abendschau kam nichts. 

P R E S S E E R K L Ä R U N G
Widerstand gegen das Terminkartell von ZITTY und TIP!

Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. hat auf der Mitgliederversammlung am 14.12.2007 einstimmig beschlossen, die Verlage von ZITTY und TIP aufzufordern, die bestehende Praxis zur Erfassung und redaktionellen Bearbeitung der Veranstaltungsdaten im Kulturbereich wie bisher beizubehalten.

Wir verurteilen den Versuch auf das Schärfste, im Hauruck-Prinzip den Kulturveranstaltern Berlins ein Verfahren aufzuzwingen, das von Ihnen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Gebühren abverlangt. Zugleich verhilft dieses Verfahren ausgerechnet den marktbeherrschenden Stadtmagazinen einseitig zu Wettbewerbsvorteilen, da diese so erzeugte Veranstaltungsdatenbank im Eigentum der Cine Marketing GmbH liegt, somit für alle Print-, Medien- und Onlinedienste kaum frei zugänglich sein dürfte.

Die ab Ende Januar 2008 geplante, zentrale Erfassung der Veranstaltungsdaten über eine Online-Eingabemaske bei der verlagseigenen Cine Marketing GmbH wird daher grundsätzlich abgelehnt, da der Vormachtstellung von ZITTY und TIP so einseitig Vorschub geleistet wird. Es ist nicht einzusehen, warum soziokulturelle Einrichtungen und Initiativen durch ihre Zu- und Vorarbeit in der Datenaufbereitung zu Kostenersparnissen der beiden großen Verlagshäuser beitragen sollen, zumal von anderen, kleineren Verlagen und Dienstleistern die übliche redaktionelle Bearbeitung auch weiterhin geleistet wird bzw. geleistet werden muss.

Unseren bisherigen Rückmeldungen zufolge, an denen über 100 Berliner Einrichtungen und Initiativen der Soziokultur bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Unterstützung eines Boykottes erkennen liessen, sowie die Kenntnis ähnlicher Proteste aus anderen Kulturbereichen, sollte ZITTY und TIP dazu bewegen, unverzüglich ihre Planungen zum Outsourcing ihrer Kernkompetenzen einzustellen:

ZITTY und TIP scheinen völlig vergessen zu haben, dass ihre Existenz wesentlich darauf beruht, dass Kulturveranstalter ihre Termine bei Ihnen publizieren.

Ohne diese Veranstaltungsdaten sinkt der Informationswert dieser Stadtmagazine beträchtlich.

Aus Sicht der Landesverbandes Soziokultur Berlin e.V. ist es indes gut vorstellbar, eine mit allen Berliner Kulturveranstaltern, Verbänden und Netzwerken abgestimmte zentrale Datenbank mit allen Veranstaltungsterminen zeitnah zu etablieren, um den modernen Informationsbedürfnissen einer Mediengesellschaft gerecht zu werden.

Diese muss aber für alle! frei zugänglich und nutzbar, mitbestimmt und transparent sein, wie dies zur Zeit z.B. die Stiftung Kulturserver gGmbH (www.kulturserver.de) anbietet, aus deren Datenbank die Presse bzw. Medien die Veranstaltungsinformationen der Berliner Bühnen bereits seit längerem abrufen.

Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. besteht seit etwa einem Jahr und ist noch in der Aufbauphase. Er ist entstanden aus regelmässigen Treffen der Kultureinrichtungen wie ACUD, Pfefferwerk, RAW-Tempel, Tacheles, Kulturfabrik Moabit, Brotfabrik, Förderband, Regenbogenfabrik, u.a.

V.i.S.P.

Landesverband Soziokultur Berlin e.V.

Geschäftsstelle
Torstr. 150
10119 Berlin
fon +49.(0)30.24628661
fax +49.(0)30.44340825
Mail: info@soziokultur-berlin.de
Net: www.soziokultur-berlin.de (z.Z.im Aufbau)

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